LichtGebet
Ein Abend inmitten der Stadt. In den Bäumen hängen bunte Sterne. Die am Himmel vermag ich nicht zu sehen. Ich stehe vor dem Karlsruher Schloss. Auf alten Kraftlinien, die von hier aus strahlen und ihre Wege ziehen ins Land. Die beiden Wächterhäuschen fangen den Rummel ab, den ich schaue. Das rot leuchtende RiesenRad, blinkende Besinnlichkeit und die FreudenRufe der Vergnügungen. Stille Nacht, heilige Nacht. Wo ist dein Dunkel? So stehe ich hier am Ort inmitten. In weitem Raum, angefülllt vom MenschSein. Stehe einige Zeit still. Schaue. Lausche. Schaue auf die flackernde Kerze in meinen Händen. HerzFeuer. FriedensLicht. Klein erscheint sie mir. Und dennoch bin ich mir der Größe gewahr. Hier stehen. Sein. Atmen. Leben. Lieben. Hoffen. Der Erde Antwort sein, die nach uns ruft. In dunklen Zeiten mein Gebet geben. FürBitten sprechen. Für mich selbst. Für die mir Lieben. Für das große Ganze. Ich setze erste Schritte. Langsam. Die zwei Brunnen laden mich ein, eine liegende Acht zu gehen und
12. Dezember 2025

Die Tod, das unbekannte Wesen
Die mir von Geburt an still zur Seite gestellte AnWesenheit in meinem Leben. Dunkel erwartungvolle Gewißheit am Ende aller Wege. Wie erfasse ich das Unbegreifliche. In welche Worte kleidet sich Unvorstellbares... Der Tod. Die Tödin* - ist sie mir weibliche oder männliche SeinsKraft. Göttliches oder Urmenschliches. Absolutes Ende oder neuender Übergang? Ich spüre, mir ist Tod als ein WeiblichSeiendes nahbar. Und so nähere ich mich ihr von hier aus an. Tastend. Fragend: Ist sie die Schnitterin? Das reife Korn zu ernten. Ein Leben bündeln. Zusammenfügen, was im Leben manches Mal getrennt ward. Einsammeln. Ein Sammeln und Lesen beschriebender Wege, gelebter Momente, durchwehter Schmerzen, lohend strahlender Freude. Ist sie die Zeichnende? Von der Tod gezeichnet, sagen wir. Und wahrlich scheint es so, als malte sie uns scharfe kantige Züge in Gesicht und Leib. Wie abgeschmolzen scheint die Fülle des Lebens. Was bleibt? Eine Klarheit, wie reduziert auf die schon durchscheinende reine AnWese
20. September 2025

FriedensLust
Eine bunte Wand inmitten des Trubels, voller Bilder und Botschaften. Wundersam. Einen Moment innehalten und lesen. Einsammeln. Lächeln. Lächeln ist in diesem Sinne wohl mehr ein AusrufeZeichen... Und dennoch frage ich mich im weitergehen, wann und wie und wem ich inmitten meines AllTäglichen diese Art von Liebe zeige. Und wo überhaupt mein lieben frei von Fragen ist. Lieben ist ein TunWort. Und in allem müssensollentun - wie gewahr bin ich mir meines Liebens? Welche Fragen stellen sich mir zu den mir Liebsten hin? Oder - welche Frage stellt die Liebe an mich? Fraglos will ich geliebt sein. Und auch der Liebe voll sein. Fraglos will ich hinter mein lieben ein Ausrufezeichen setzen: Dich liebe ich! Dies liebe ich! Und mich selbst liebe ich auch! All dies erscheint mir gerade fragwürdig.... Würdig, mich zu hinterfragen. Hinter die AusrufeZeichen und Wünsche zu blicken. Wirklich hinschauen. Wahrhaft hinspüren. Von welcher Art ist denn die Liebe? Die Meine - zu mir, zu Dir, zur Welt? Und w
22. Mai 2025