Ein Abend inmitten der Stadt. In den Bäumen hängen bunte Sterne. Die am Himmel vermag ich nicht zu sehen.
Ich stehe vor dem Karlsruher Schloss. Auf alten Kraftlinien, die von hier aus strahlen und ihre Wege ziehen ins Land.
Die beiden Wächterhäuschen fangen den Rummel ab, den ich schaue. Das rot leuchtende RiesenRad, blinkende Besinnlichkeit und die FreudenRufe der Vergnügungen. Stille Nacht, heilige Nacht. Wo ist dein Dunkel?
So stehe ich hier am Ort inmitten. In weitem Raum, angefülllt vom MenschSein. Stehe einige Zeit still. Schaue. Lausche. Schaue auf die flackernde Kerze in meinen Händen. HerzFeuer. FriedensLicht. Klein erscheint sie mir. Und dennoch bin ich mir der Größe gewahr. Hier stehen. Sein. Atmen. Leben. Lieben. Hoffen. Der Erde Antwort sein, die nach uns ruft. In dunklen Zeiten mein Gebet geben. FürBitten sprechen. Für mich selbst. Für die mir Lieben. Für das große Ganze.
Ich setze erste Schritte. Langsam. Die zwei Brunnen laden mich ein, eine liegende Acht zu gehen und so schreibe ich ein Stück Unendlichkeit in den Raum. Meine Worte sind sichtbar - WunschAtem in der Abendluft. Leise und klar spreche ich Herzsehnen und Segensdank. Schritt für Schritt. Gebet für Gebet. Im Gleichzeitenen der großen bunten Lichter und lauten Musik flammt Kerzenschein und inniger WortZauber. Und in Allem weiß ich mein Gelauscht sein. Geschaut sein. Gespürt sein. Von der Erde selbst. Einzig den vorbeikommenden Menschen scheine ich unsichtbar.
Groß und Klein. Leise und Laut. Lichtvoll ist Alles an diesem Abend. Und es ist mir ein heiliger Moment. Inmitten der Stadt mein Licht tragen. Mein Gebet sprechen. In die Wirklichkeit des Liebens hinein gehen. Schritt für Schritt. So mag es gelingen - meine Wahrheit sprechen und friedsam sein.
Und am Ende meines LichtGebetes liegt neben meinem Rad ein kleiner MistelZweig. Welch WunderGabe. Dank.