Ein Ruf ist in mir, die Seelen der Sterbenden geleiten bis in den ZwischenRaum.
An den Rand des NichtWissens, wo einzig Vertrauen uns trägt und dies „fürchte Dich nicht“ sich spricht.
Ein tiefes Sehnen ist in mir nach Frieden mit der Tod*.
Danach, im Sterben die uns seelentief innewohnende Liebe frei zu schwingen.
Sie gleichsam mit dem letzten Ausatem in die Welt zu schenken.
Wie sehr wir dieser friedvollen Liebe bedürfen im Sterben. Und im Leben.
Was alles mag sich freien in uns und zwischen uns, so wir es wagen, in der Endlichkeit des Lebens zu lieben und in die Ewigkeit der Liebe hinein zu vertrauen.
Indem wir die Tod aus Schweigen und Angst lösen, werden wir eigenmächtig Gestaltende unseres Sterbens.
In würdevollem Abschied, in tiefer Dankbarkeit und in einer würdevollen TotenSorge.
Einst gab es „SeelFrauen“, auch Seelschwester und LichtFrau genannt. In diesen Worten klingt die uralte weibliche Kunst des SeelenGeleites an. Allem Lebendigen Schwester sein, erdverbunden im großen Myzel des Lebens.
Die SeelFrauen waren im frühen 13. Jahrhundert Teil einer neuen mystischen Bewegung der Beginen. Die Wurzeln dieser Ausbildung im Geleit der Sterbenden scheinen mir jedoch weit tiefer. Sie mögen bis ins alte Ägypten reichen.
In jene faszinierende Kultur der TotenSorge, in welcher die Göttin Isis schützend ihre Flügel breitet über die Seelen, welche ins jenseitige LichtLand reisen. Isis selbst fügt den gestorbenen Geliebten Osiris im Tod neu zusammen. Sie klagt und weint, denn selbst den Göttlichen ist Trauer nicht fremd. Sie salbt und würdigt den zerstörten Leib. Und in dieser magischen Handlung erneuert sich das Leben in ewiger zyklischer Wiederkehr.
SeelFrau will ich sein. In Ritualen der Liebe Abschied gestalten. Frieden ermöglichen und Dankbarkeit für das, was war.
Die Seele im Übergang geleiten bis zur Schwelle. In diesem Dazwischen anwesend sein. Trost sein. Und Erlaubnis des Sterbens. Bis zu jenem zarten "es ist vollbracht."
Die Toten umsorgen. Ihnen gleich den Lebenden Fürsorge, Wärme und Schutz geben. Über sie wachen und die letzte Reise hüten. Den Leib würdigen in Anwesenheit der Seele. In Gebet und Segen.
Die TotenWache. Mit den Toten wachen. Wache halten. Diese langen Stunden, die dem Sterben folgen durchwachen. Wach sein. In Allem was ist.
Ein Ruf ist in mir nach Liebe, Frieden und Geleit im Angesicht der Tod.
* der Tod, die Tödin (Grimm) - ich wähle die Tod